Der kanadische Astronaut Joshua Kutryk und sein NASA-Kollege Anil Menon verließen am 5. November um 8.36 Uhr US-Ostküstenzeit die Luftschleuse der Internationalen Raumstation. Ziel des Außenbordeinsatzes war es, das achte und letzte ISS Roll-Out Solar Array am Stromkanal 3B zu installieren und für die Entfaltung vorzubereiten.

Darüber berichtete NASA Blogs am Donnerstag, 5. November. Der Eintrag entstand zum Beginn des Einsatzes und nannte deshalb Auftrag und Rollenverteilung, enthielt aber noch keine abschließende Bestätigung über den Ausgang der Arbeiten.

Kutryk war als Außenbordmitglied 1 eingeteilt und trug den Raumanzug mit roten Streifen. Menon arbeitete als Außenbordmitglied 2 im nicht markierten Anzug. Solche Kennzeichnungen ermöglichen es den Flugkontrollteams, beide Personen in Kamerabildern auch dann zuverlässig auseinanderzuhalten, wenn sie dicht nebeneinander an derselben Struktur tätig sind.

IROSA steht für ISS Roll-Out Solar Array. Bei dieser Technik wird die photovoltaische Fläche für den Transport kompakt verstaut und nach der Befestigung an der Station ausgerollt. Das Konzept schafft zusätzliche Solarfläche, ohne dass die großen ursprünglichen Anlagen vollständig entfernt und ersetzt werden müssen.

Die älteren Solarflügel der ISS bleiben Teil des Systems. Ihre Leistung nimmt jedoch nach langjähriger Belastung durch Strahlung, starke Temperaturwechsel und das Vakuum schrittweise ab. Die neuen Module ergänzen den weiterhin nutzbaren Anteil der bisherigen Anlagen und erhöhen dadurch die verfügbare Erzeugungsleistung.

Eine solche Nachrüstung ist bei einem dauerhaft bewohnten Außenposten besonders anspruchsvoll. Die Station muss während der Modernisierung weiter betrieben werden, während ihre wissenschaftlichen Geräte, Computer, Kommunikationssysteme und Einrichtungen zur Lebenserhaltung kontinuierlich Energie benötigen. Auch Pumpen und andere Komponenten des Wärmemanagements sind auf eine stabile Versorgung angewiesen.

Hinzu kommen die regelmäßigen Phasen im Erdschatten. Wenn die Solaranlagen vorübergehend kein Licht erhalten, wird die ISS aus Batterien versorgt, die während der beleuchteten Abschnitte der Umlaufbahn geladen werden. Erzeugung, Speicherung und Verteilung müssen deshalb als zusammenhängendes System betrachtet werden.

Der Kanal 3B bildet einen abgegrenzten Teil dieser komplexen Stromarchitektur. Die Montage des letzten IROSA an diesem Abschnitt sollte die über mehrere Einsätze verteilte Leistungserweiterung abschließen. Damit war die Aufgabe nicht bloß ein einzelner Austausch, sondern der vorgesehene Schlusspunkt eines umfassenderen Modernisierungsprogramms.

Außenbordeinsätze verlangen eine genaue Abstimmung zwischen der Besatzung und den Kontrollzentren. Die Astronauten bewegen sich an Handläufen, sichern sich mit Leinen und müssen Werkzeuge sowie Bauteile jederzeit unter Kontrolle halten. Der Innendruck der Handschuhe erschwert feinmotorische Arbeiten, obwohl Anschlüsse und Befestigungen präzise bedient werden müssen.

Bei einer ausrollbaren Solaranlage kommt die Größe der später entfalteten Fläche hinzu. Vor der Entfaltung müssen Halterungen, elektrische Verbindungen und mechanische Komponenten in der vorgesehenen Reihenfolge vorbereitet sein. Kamerabilder, Sprachfunk und Telemetriedaten geben den Ingenieurteams am Boden die Möglichkeit, jeden Schritt zu verfolgen.

Die NASA übertrug den Einsatz über ihre digitalen Angebote und verwies unter anderem auf nasa.gov/live. Zusätzlich sollten der ISS-Blog sowie die offiziellen Konten der Raumstation in sozialen Netzwerken laufende Informationen liefern. Der Hinweis auf die Liveübertragung bezog sich auf die Arbeiten vom 5. November und war keine Ankündigung einer noch am 7. November laufenden Übertragung.

Aus dem zum Start veröffentlichten Bericht geht nicht hervor, ob die Anlage später vollständig entfaltet wurde oder wie der Außeneinsatz endete. Belegt sind der Beginn um 8.36 Uhr Ostküstenzeit, die Teilnahme von Kutryk und Menon sowie der Plan, mit dem letzten IROSA am Kanal 3B die abschließende Etappe der Energieaufrüstung zu erreichen.