Letzter Solarausbau der ISS steht vor dem Abschluss
Joshua Kutryk und Anil Menon sollen am 5. November das achte ausrollbare Solarmodul an der Internationalen Raumstation montieren. Der Außeneinsatz ist auf rund sieben Stunden angelegt.
Die Missionsleitung hat den geplanten Außeneinsatz zur abschließenden Erweiterung der Stromversorgung der Internationalen Raumstation freigegeben. Joshua Kutryk von der kanadischen Raumfahrtagentur CSA und NASA-Astronaut Anil Menon sollen am 5. November das achte und letzte ausrollbare Solarmodul installieren.
Darüber berichtete NASA Blogs am Mittwoch, 4. November. Der Ausstieg soll um 8.30 Uhr beginnen und etwa sieben Stunden dauern; die fortlaufende Übertragung auf NASA+ und weiteren Plattformen ist ab 7 Uhr vorgesehen.
Der Montageort befindet sich am äußeren Ende des steuerbordseitigen Gitterträgers der Station. Die Aufgabe verlangt eine genaue Abstimmung zwischen den beiden Raumfahrern und dem Robotikbetrieb, weil das zusammengefaltete Solarmodul zunächst sicher über die Außenstruktur transportiert werden muss.
Kutryk und Menon hatten bereits bei ihrem Außeneinsatz am 29. Oktober eine weitgehend vergleichbare Installation vorgenommen. Nun sollen sie die Arbeitsschritte auf der gegenüberliegenden Seite des Trägers wiederholen, wobei sich Route und endgültiger Arbeitsplatz entsprechend ändern.
Kutryk wird sich nach dem vorgesehenen Ablauf entlang des Steuerbordträgers bewegen. Menon soll das Solarmodul transportieren, während er am kanadischen Roboterarm Canadarm2 befestigt ist und gemeinsam mit der Nutzlast zum Übergabepunkt gebracht wird.
Dort übergibt Menon das Modul zunächst an Kutryk. Anschließend löst er sich vom Roboterarm und begibt sich zum Montageplatz, wo Kutryk ihm die Anlage zurückreicht. Gemeinsam sollen beide Raumfahrer danach die Befestigung und die verbleibenden Installationsarbeiten erledigen.
Mit einem erfolgreichen Abschluss würde eine seit Juni 2021 laufende Aufrüstung enden. Die insgesamt acht zusätzlichen ausrollbaren Solarflächen sollen die Stromerzeugung der Station von 160 Kilowatt auf ungefähr 215 Kilowatt erhöhen.
Der Zuwachs von rund 55 Kilowatt erweitert nach den Planungen die verfügbare elektrische Leistung des Forschungskomplexes. Die NASA-Mitteilung vom 4. November schilderte allerdings den vorgesehenen Ablauf und das angestrebte Ergebnis; sie enthielt noch keine Angaben über den Ausgang des erst für den Folgetag angesetzten Einsatzes.
Zur unmittelbaren Vorbereitung legten Kutryk und Menon am 4. November ihre Werkzeuge bereit und positionierten die Raumanzüge in der Quest-Luftschleuse. Danach gingen sie die einzelnen Verfahren erneut durch, einschließlich der Übergaben und Wege außerhalb der Station.
Jessica Watkins und Luke Delaney unterstützten die Vorbereitung mit einer gemeinsamen Prüfung der erforderlichen Roboterbewegungen. Zusammen mit Kutryk und Menon nahmen sie anschließend an der regulären Bereitschaftskonferenz mit der Missionskontrolle teil, die als letzter koordinativer Kontrollpunkt vor dem Ausstieg dient.
Parallel dazu setzte die Besatzung ihre wissenschaftliche Arbeit fort. Kutryk untersuchte Wasserproben auf mikrobielles Wachstum, Menon nahm Abstriche von Oberflächen, und Watkins sammelte Bakterienproben für eine spätere Analyse ihrer Antibiotikaresistenz. Delaney bearbeitete menschliche Lungenzellen, um deren Wachstum unter Mikrogravitation zu prüfen.
Auch die russischen Besatzungsmitglieder übernahmen vorbereitende und technische Aufgaben. Stationskommandant Pjotr Dubrow machte sich mit dem Außeneinsatz vertraut, Anna Kikina kontrollierte Hardware zur Nutzlaststeuerung, und Sergej Teterjatnikow bereitete Strahlungsdetektoren vor, die während der Arbeiten an den Raumanzügen getragen werden sollen.