Letztes Roll-out-Solarmodul an der ISS installiert
Anil Menon und Joshua Kutryk haben beim 286. Außeneinsatz für die Raumstation das achte IROSA-Modul montiert und entfaltet. Damit endete ein seit Februar 2021 laufendes Programm zur Steigerung der Stromerzeugung.
An der Internationalen Raumstation ist der mehrjährige Ausbau der solaren Stromerzeugung zu Ende gegangen. NASA-Astronaut Anil Menon und der kanadische Astronaut Joshua Kutryk installierten am 5. November das achte und letzte ausrollbare Solarmodul des IROSA-Programms.
Darüber berichtete NASA Blogs am Donnerstag, 5. November. Der Außeneinsatz endete um 15.35 Uhr US-Ostküstenzeit und dauerte insgesamt sechs Stunden und 59 Minuten.
Einsatzort war der Stromkanal 3B der ISS. Dort montierten Menon und Kutryk das als International Space Station Roll-Out Solar Array bezeichnete System und entfalteten es anschließend außerhalb des Stationskomplexes.
Mit diesem Arbeitsschritt wurde die im Februar 2021 begonnene Verstärkung der Energieversorgung abgeschlossen. Das Vorhaben umfasste nicht nur die sichtbare Montage der Solarmodule, sondern auch vorbereitende Arbeiten an den technischen Einrichtungen der jeweiligen Stromkanäle.
Für Vorbereitung und Installation waren über den gesamten Zeitraum 18 Weltraumausstiege erforderlich. Die letzte Einheit war somit das Ergebnis einer Reihe aufeinander abgestimmter Einsätze verschiedener Besatzungen und nicht lediglich eines einzelnen Montagetages.
Vor dem Ausbau bezifferte NASA die Erzeugungskapazität der Station auf 160 Kilowatt. Alle acht Roll-out-Module zusammen erhöhen diesen Wert nach Angaben der Behörde auf rund 215 Kilowatt.
Die Differenz beträgt etwa 55 Kilowatt. Rechnerisch entspricht das einem Zuwachs von ungefähr einem Drittel gegenüber der zuvor genannten Kapazität und macht die Größenordnung des abgeschlossenen Umbaus deutlich.
Der Einsatz wurde als 101. US-Weltraumausstieg geführt. Für Menon war es bereits die fünfte Außenbordaktivität seiner Laufbahn, für Kutryk hingegen die zweite.
Über die US-Zählung hinaus hatte die Mission auch eine stationsweite historische Einordnung: Sie war der 286. Weltraumausstieg zur Montage, Wartung oder technischen Verbesserung der Internationalen Raumstation. In dieser Gesamtzahl spiegeln sich die zahlreichen Arbeiten wider, die seit dem Aufbau der ISS an ihrer Außenseite vorgenommen wurden.
Knapp sieben Stunden waren Menon und Kutryk mit dem abschließenden Einsatz befasst. Laut dem veröffentlichten Bericht erledigten sie sowohl die Installation als auch das vollständige Entfalten des Arrays, bevor sie den Ausstieg um 15.35 Uhr beendeten.
Der Verlauf seit 2021 zeigt, wie schrittweise Veränderungen an einer bereits betriebenen Raumstation umgesetzt werden. Zunächst mussten Komponenten der Stromkanäle vorbereitet werden; danach konnten die acht zusätzlichen Solareinheiten nacheinander an ihren vorgesehenen Positionen angebracht werden.
NASA bezeichnete die Arbeiten am Kanal 3B ausdrücklich als Abschluss der Maßnahmen zur Erhöhung der Stromerzeugung. Weitere IROSA-Installationen oder eine anschließende Ausbaustufe wurden in der Mitteilung nicht genannt. Festgehalten wurde lediglich das erreichte Resultat: Acht Arrays waren montiert, und die angegebene Erzeugungskapazität lag nun bei ungefähr 215 Kilowatt.