Polnische Ermittler haben in Łódź, Warschau und der Woiwodschaft Kleinpolen neun mutmaßliche Mitglieder eines internationalen Geldwäschenetzwerks festgenommen. Der Gruppe wird vorgeworfen, insgesamt 337 Millionen Złoty gewaschen zu haben. Darüber berichtete inPoland.net.pl am Montag, 19. Oktober.

Bei den Verdächtigen im Alter von 26 bis 53 Jahren handelt es sich um fünf ukrainische Männer, drei Ukrainerinnen und eine belarussische Staatsbürgerin. Als mutmaßlicher Kopf gilt ein 34-jähriger Ukrainer. Festgenommen wurden außerdem vier Kassierer, drei Leiter von Wechselstuben und zwei Geldkuriere.

Die Gelder sollen vor allem aus Online-Betrug mit BLIK sowie aus Fällen stammen, in denen sich Täter als Mitarbeiter von Banken oder Investmentfirmen ausgaben. Zur Übergabe nutzten die Beteiligten den Ermittlungen zufolge unter anderem die Seriennummern zerrissener Banknoten und telefonisch übermittelte Geheimcodes. Bargeld wurde über Wechselstuben und verbundene Konten geleitet, in Fahrzeugverstecken ins Ausland gebracht oder für fingierte Goldkäufe verwendet; ein Großteil floss demnach in Kryptowährungen.

Die Behörden beschlagnahmten Computer, Telefone, Datenträger sowie Devisen und Gold im Wert von mehr als einer Million Złoty. Die mutmaßliche Gruppe war zwischen Februar 2025 und Juli 2026 in Polen aktiv. Sieben Beschuldigte kamen in Untersuchungshaft. Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu 15 Jahre Haft.