Auf der Internationalen Raumstation liefen die Vorbereitungen für einen anspruchsvollen Außeneinsatz parallel zu wissenschaftlichen und technischen Arbeiten. Die Mitglieder der Expedition 75 mussten dabei Aufgaben im Quest-Modul, an mehreren Robotiksystemen und in den Forschungslaboren der Station miteinander koordinieren.

Darüber berichtete NASA Blogs am Dienstag, 27. Oktober. NASA-Astronaut Anil Menon und Joshua Kutryk von der kanadischen Raumfahrtbehörde CSA bereiteten sich auf einen für Donnerstag, 29. Oktober, um 8 Uhr US-Ostküstenzeit angesetzten Weltraumausstieg vor; die NASA+-Übertragung sollte um 6.30 Uhr beginnen.

Menon und Kutryk sortierten in der Quest-Luftschleuse die Werkzeuge, die sie außerhalb der Station benötigen sollten. Geplant war die Installation eines ausrollbaren Solarmoduls an der Backbordseite der Gitterstruktur, die einen wesentlichen Teil der Energie- und Versorgungssysteme der ISS trägt.

Zusätzlich druckten die beiden Raumfahrer ihre Arbeitsabläufe aus. Die Unterlagen wurden in kleine Checklistenbücher eingelegt, die während des Außeneinsatzes an den Manschetten der Raumanzüge getragen werden können. Auf diese Weise bleiben die einzelnen Schritte auch bei eingeschränkter Beweglichkeit unmittelbar erreichbar.

Jessica Watkins und Luke Delaney von der NASA sollten die Außencrew aus dem Inneren der Station unterstützen. Sie waren dafür vorgesehen, Menon und Kutryk beim An- und Ablegen der Raumanzüge zu helfen, die Luftschleuse für den Einsatz zu betreuen und den kanadischen Roboterarm Canadarm2 zu steuern.

Der NASA-Beitrag schreibt Watkins und Delaney für Mittwoch jeweils eine Stunde zur Überprüfung der bevorstehenden Arbeiten und zur Konfiguration von Quest zu. Dies passt zeitlich nicht eindeutig zur Veröffentlichung am Dienstag, 27. Oktober, da der darauffolgende Mittwoch der 28. Oktober war. Ob damit eine Planung gemeint war oder ein redaktioneller Zeitfehler vorlag, wird nicht erläutert.

Ein weiterer Auftrag betraf ein defektes Handgelenkgelenk von Canadarm2. Das Bauteil war bereits bei einem Weltraumausstieg am 30. Juni ersetzt worden und sollte nun zur Erde transportiert werden. Watkins und Delaney dokumentierten die ausgebaute Hardware zunächst fotografisch.

Anschließend verpackten sie das Gelenk in Schutzmaterial, um empfindliche Komponenten abzudichten, und verstauten es in einem Dragon-Frachtraumschiff von SpaceX. Die Rückführung war für November vorgesehen. Angaben über die genaue Fehlerursache oder mögliche Ergebnisse einer Untersuchung enthält der Bericht nicht.

Watkins bereitete außerdem eine Spezialkamera für Versuche im europäischen Columbus-Labor vor. Das Gerät kann die elektrische Aktivität von Gewittern mit bis zu 100.000 Bildern pro Sekunde aufnehmen und damit sehr kurze Vorgänge in der Atmosphäre zeitlich hochaufgelöst erfassen.

Delaney richtete im japanischen Kibo-Modul eine Kamera ein und verband einen Computer mit der Life Science Glovebox. Die zugehörige Untersuchung soll Möglichkeiten aufzeigen, Pflanzenkrankheiten im Weltraum zu verhindern und zugleich Lebenserhaltungssysteme für Raumfahrzeuge weiterzuentwickeln.

Auch im russischen Segment kam Robotik zum Einsatz. Roskosmos-Bordingenieur Sergej Teterjatnikow bediente aus dem Wissenschaftsmodul Nauka den Europäischen Roboterarm, um den zur Erde gerichteten Kopplungsstutzen des Moduls Rasswet visuell zu überprüfen.

Stationskommandant Pjotr Dubrow und Bordingenieurin Anna Kikina installierten unterdessen Geräte zur Erdbeobachtung. Sie sollten Bilder in mehreren Wellenlängenbereichen von Inseln im südlichen Pazifik und Atlantik sowie von Patagonien in Südamerika aufnehmen. Das Tagesprogramm verdeutlicht damit, wie auf der ISS Außenarbeiten, technische Instandhaltung und Forschung gleichzeitig vorbereitet und ausgeführt werden.