Der Perseiden-Meteorstrom steuert auf seinen jährlichen Aktivitätshöhepunkt zu. Besonders günstig ist 2026 die Mondphase: In der Nacht vom 12. auf den 13. August sorgt Neumond für einen dunklen Himmel, sodass neben hellen Feuerkugeln auch schwächere Leuchtspuren eine bessere Chance haben, sichtbar zu werden.

NASA Blogs informierte am Mittwoch, 5. August, über das Beobachtungsprogramm. Ab Mitternacht nach US-Ostküstenzeit am 13. August soll auf YouTube eine Liveveranstaltung mit Kamerabildern, Meteorfachleuten und Fragen aus dem Publikum laufen.

Ein wesentlicher Teil der Aufnahmen wird am Marshall Space Flight Center entstehen. Dort betreibt NASA das Automated Lunar and Meteor Observatory, kurz ALaMO. Die Anlage besteht seit 20 Jahren und kann den Himmel systematisch überwachen, ohne dass Forschende jede Nacht persönlich neben den Kameras stehen müssen.

Ergänzend sind Himmelsansichten von der Internationalen Raumstation vorgesehen. Die orbitale Perspektive erweitert die öffentliche Präsentation, ist jedoch von vielen technischen Faktoren abhängig. Blickrichtung, Belichtungszeit und die schnelle Bewegung der ISS entscheiden mit darüber, welche Leuchterscheinungen tatsächlich auf den Bildern landen.

Unter sehr guten Bedingungen werden zum Maximum etwa 50 bis 100 Meteore pro Stunde erwartet. Diese Spanne beschreibt kein festes Ergebnis für jeden Standort. In Städten verschwinden viele schwache Meteore im aufgehellten Himmel, während Nebel, Wolken oder Bäume das nutzbare Sichtfeld zusätzlich verkleinern können.

Verantwortlich für den Strom ist Material des Kometen 109P/Swift–Tuttle. Er hat entlang seiner Bahn Staub und kleine Bruchstücke hinterlassen. Durchquert die Erde diese Teilchenspur, dringt das Material mit hoher Geschwindigkeit in die oberen Atmosphärenschichten ein und erzeugt für kurze Zeit sichtbares Licht.

Die gebräuchliche Bezeichnung Sternschnuppe ist daher astronomisch irreführend. Es fallen keine Sterne vom Himmel; vielmehr handelt es sich meist um sehr kleine kosmische Partikel. Das Leuchten entsteht durch die Wechselwirkung mit der Atmosphäre und kann trotz der geringen Größe der Teilchen außerordentlich hell ausfallen.

Ihren Namen tragen die Perseiden, weil ihre Bahnen scheinbar aus dem Sternbild Perseus hervorgehen. Dieser sogenannte Radiant beruht auf der Perspektive paralleler Teilchenbahnen. Wer beobachten möchte, muss Perseus nicht dauerhaft fixieren, denn Meteore können weit entfernt vom Radianten an praktisch jeder Stelle des Himmels aufleuchten.

Aufzeichnungen über den Strom reichen mehr als zwei Jahrtausende zurück. Bis heute gehört er zu den beliebtesten jährlich wiederkehrenden Himmelsereignissen, weil er zuverlässig aktiv ist und auf der Nordhalbkugel in eine vergleichsweise warme Jahreszeit fällt. Hinzu kommen helle Feuerkugeln, die manchmal länger sichtbare Nachleuchtspuren hinterlassen.

Für die Beobachtung ist ein dunkler Platz mit möglichst freiem Rundumblick wichtiger als ein Teleskop. Optische Instrumente zeigen nur einen kleinen Himmelsausschnitt und sind für die unvorhersehbaren, schnellen Spuren wenig geeignet. Eine Liege oder Decke erleichtert es, längere Zeit entspannt nach oben zu schauen.

Nach dem Verlassen eines beleuchteten Raums benötigt das Auge ungefähr 20 bis 30 Minuten, um sich an die Dunkelheit anzupassen. Helle Smartphones stören diesen Prozess. Wer Karten oder Wetterdaten prüfen muss, sollte die Bildschirmhelligkeit reduzieren oder eine schwache rote Anzeige verwenden.

Die Meteorrate schwankt auch während der besten Stunden. Auf ruhige Abschnitte können mehrere Erscheinungen kurz hintereinander folgen, und ein theoretischer Stundenwert verteilt sich nicht gleichmäßig auf jede Minute. Zudem steigt der Radiant im Laufe der Nacht höher, wodurch sich die Beobachtungschancen je nach Ort und Uhrzeit verändern.

Schlechtes Wetter in der Maximumsnacht bedeutet nicht das vollständige Ende der Gelegenheit. Der Perseidenstrom ist bereits seit Anfang Juli aktiv und bleibt bis Ende August nachweisbar, wenngleich abseits des Höhepunkts mit geringeren Raten. Die NASA-Übertragung bietet zugleich eine Ausweichmöglichkeit für Menschen unter Wolken oder im stark beleuchteten Stadtraum.