Polen plant strengere Vorgaben für Löhne ab 2027
Ein Gesetzentwurf soll die Berechnung des Mindestlohns neu ordnen und Verstöße von Arbeitgebern härter ahnden. Vorgesehen sind zudem automatische Verzugszinsen bei verspäteter Lohnzahlung.
Bestimmte Zulagen, Prämien und Belohnungen sollen in Polen künftig nicht mehr auf den gesetzlichen Mindestlohn angerechnet werden. Darüber berichtet inPoland.net.pl am Dienstag, 3. November.
Der monatliche Mindestlohn soll zum 1. Januar 2027 auf 4.950 Zloty brutto steigen und damit 144 Zloty über dem Niveau von 2026 liegen. Für den Mindeststundensatz sind 32,30 Zloty brutto vorgesehen.
Zahlt ein Arbeitgeber mindestens drei Monate lang keinen Lohn, könnte nach dem Entwurf eine Geldbuße zwischen 5.000 und 60.000 Zloty oder eine Freiheitsstrafe drohen. Bei verdeckten Barzahlungen, mit denen verpflichtende Unterhaltsabzüge umgangen werden, soll der mögliche Höchstbetrag der Geldbuße auf 90.000 Zloty steigen.
Für verspätete Zahlungen müssten Arbeitgeber außerdem ohne Antrag des Beschäftigten Zinsen berechnen und zusammen mit dem ausstehenden Entgelt zahlen. Nach der ersten Lesung am 11. Juni 2026 wurde die Vorlage an zwei Ausschüsse des Sejm überwiesen; dort wird sie weiterhin beraten.