Die Internationale Raumstation hat ein weiteres ausrollbares Solarmodul erhalten. NASA-Astronaut Anil Menon und der kanadische Astronaut Joshua Kutryk installierten und entfalteten die siebte IROSA-Einheit am Stromkanal 2A der Station.

Darüber berichtete NASA Blogs am Donnerstag, 29. Oktober. Der Außeneinsatz endete um 15.08 Uhr nordamerikanischer Sommerzeit an der Ostküste, nachdem die beiden Astronauten 7 Stunden und 11 Minuten außerhalb der Station gearbeitet hatten.

IROSA steht für International Space Station Roll-Out Solar Array. Bei dem Einsatz musste das neue System nicht nur außen angebracht, sondern auch ausgerollt werden, damit es in die elektrische Infrastruktur des Orbitalkomplexes eingebunden werden konnte.

Mit dem Modul am Kanal 2A waren sieben der vorgesehenen acht Anlagen montiert. Die Aufrüstung nähert sich damit ihrem geplanten Abschluss, der jedoch einen weiteren Außeneinsatz erfordert.

Die zusätzliche elektrische Leistung soll nach Angaben der NASA kritische Stationsaufgaben unterstützen. Dazu zählt ausdrücklich auch die Energieversorgung für einen späteren sicheren und kontrollierten Austritt der ISS aus ihrer Umlaufbahn.

Damit ist der Nutzen der neuen Anlagen nicht auf den gegenwärtigen Stationsbetrieb beschränkt. Die Verstärkung des Stromsystems berücksichtigt zugleich Anforderungen, die mit dem langfristig vorgesehenen Ende des orbitalen Betriebs verbunden sind.

Menon und Kutryk erledigten während ihres Einsatzes außerdem mehrere vorgezogene Arbeiten. Sie dienten der Vorbereitung auf den für Donnerstag, 5. November, geplanten nächsten Weltraumausstieg.

Bei diesem Termin soll die achte und letzte IROSA-Anlage am Stromkanal 3B montiert werden. NASA plant, ihre Liveübertragung um 6.45 Uhr zu beginnen und über NASA Live bereitzustellen.

Erst nach dieser letzten Installation wäre die Erweiterung des Energieversorgungssystems nach dem beschriebenen Plan vollständig. Die acht Module bilden gemeinsam das Paket, mit dem die verfügbare Leistung der ISS deutlich angehoben werden soll.

NASA beziffert den möglichen Zuwachs auf bis zu 30 Prozent. Die Erzeugungskapazität soll dadurch von 160 Kilowatt auf ungefähr 215 Kilowatt steigen.

Für Menon war die Arbeit am 29. Oktober bereits der vierte Weltraumausstieg. Kutryk absolvierte dagegen seinen ersten Einsatz außerhalb einer Raumstation oder eines Raumfahrzeugs.

Die Mission wurde von NASA als „U.S. Spacewalk 100“ geführt. Zugleich handelte es sich um den insgesamt 285. Außeneinsatz zur Montage, Wartung und technischen Verbesserung der Internationalen Raumstation.

Der mehrstündige Einsatz verband somit den Einbau neuer Hardware mit Vorbereitungen für die Schlussphase des Projekts. Das siebte Modul war entfaltet, während die Montage des letzten IROSA-Systems am Kanal 3B für den 5. November vorgesehen blieb.