Der NASA-Astronaut Anil Menon und der kanadische Astronaut Joshua Kutryk begannen am 29. Oktober um 7.57 Uhr US-Ostküsten-Sommerzeit einen Außeneinsatz an der Internationalen Raumstation. Sie sollten eine ausrollbare ISS-Solaranlage am elektrischen Versorgungskanal 2A installieren und entfalten.

Darüber berichtete NASA Blogs am Donnerstag, 29. Oktober. Der Beitrag hielt den Beginn des Einsatzes fest, enthielt aber weder eine Abschlusszeit noch eine Bestätigung über die vollständige Entfaltung oder eine technische Bewertung des Ergebnisses.

Menon war als erstes Mitglied des Außenbordteams eingeteilt und trug den Raumanzug mit roten Streifen. Kutryk übernahm die zweite Position und war am nicht markierten Anzug zu erkennen. Diese Kennzeichnung erleichterte die eindeutige Zuordnung in den Kamerabildern.

Bei Außenarbeiten dient die optische Unterscheidung nicht allein der Übertragung für ein öffentliches Publikum. Auch die Flugleitung muss Bewegungen, Werkzeuge und Arbeitsschritte dem jeweils richtigen Astronauten zuordnen können, während mehrere Kameraperspektiven und Kommunikationskanäle zusammenlaufen.

Im Mittelpunkt stand ein sogenanntes International Space Station Roll-Out Solar Array. Eine solche Anlage wird kompakt verstaut transportiert und erst nach der Positionierung ausgerollt. Dadurch kann eine größere photovoltaische Fläche bereitgestellt werden, ohne dass sie bereits beim Transport vollständig entfaltet sein muss.

Die Bezeichnung 2A ordnete die Arbeit einem konkreten Teil der Stromversorgung zu. Das elektrische System der Raumstation ist in mehrere Kanäle gegliedert, über die erzeugte Energie verarbeitet und an die verschiedenen Verbraucher des orbitalen Komplexes verteilt wird.

Eine Montage außerhalb der Station stellt andere Anforderungen als vergleichbare Arbeiten am Boden. Die Besatzung muss sich selbst sichern, Werkzeuge gegen Wegdriften schützen und Bauteile kontrolliert bewegen. Dafür folgt sie einer vorab festgelegten Abfolge, die von Fachleuten im Kontrollzentrum begleitet wird.

Auch in der Schwerelosigkeit behalten Gegenstände ihre Masse und Trägheit. Ein einmal bewegtes Bauteil lässt sich deshalb nicht beliebig stoppen, während der steife Schutzanzug zugleich die Beweglichkeit der Astronauten einschränkt. Präzise Handgriffe erfordern entsprechend sorgfältige Vorbereitung.

Installation und Entfaltung waren zwei getrennte Bestandteile des genannten Ziels. Zunächst musste die Anlage am vorgesehenen Ort angebracht und gesichert werden; anschließend sollte die kompakte Struktur in ihre Arbeitskonfiguration gebracht werden. Ob beide Phasen abgeschlossen wurden, ging aus dem Ausgangstext nicht hervor.

Die NASA übertrug den Einsatz über mehrere Plattformen und verwies auf ihr Angebot NASA Live. Auf diese Weise konnten Interessierte die Außenarbeiten und Teile der Kommunikation verfolgen. Eine laufende Übertragung ist jedoch nicht mit einem abschließenden technischen Bericht gleichzusetzen.

Dass ein NASA-Astronaut und ein Vertreter der Canadian Space Agency gemeinsam eingesetzt wurden, verdeutlichte erneut die internationale Organisation des ISS-Betriebs. Menon und Kutryk bildeten das Außenbordteam, während weitere Besatzungsmitglieder und Bodenspezialisten die Abläufe unterstützten.

Elektrische Energie wird auf der Station für Forschungseinrichtungen, Kommunikation, Computersysteme und die Aufrechterhaltung der Lebensbedingungen benötigt. Eingriffe an der solaren Stromerzeugung betreffen somit eine grundlegende Infrastruktur, auch wenn die NASA-Kurzmeldung den erwarteten Leistungsbeitrag der konkreten Anlage nicht bezifferte.

Für weitere Aktualisierungen verwies die Raumfahrtbehörde auf den Stationsblog sowie auf die ISS-Kanäle bei X, Facebook und Instagram. Da der Beitrag vom 29. Oktober ausschließlich den Start dokumentierte, lassen sich Dauer, Erfolg der Entfaltung und Endzustand des Kanals 2A daraus nicht verlässlich ableiten.