Jupiter verschwindet: Die wichtigsten Himmelsereignisse im Oktober
Eine Bedeckung Jupiters, die Draconiden und Orioniden sowie der traditionelle Jägermond prägen den astronomischen Oktober. Viele Beobachtungen gelingen mit bloßem Auge, sofern Standort, Uhrzeit und Wetter stimmen.
Der Oktober verbindet mehrere Arten von Himmelsbeobachtungen in einem einzigen Monat. Ein Planet wird für kurze Zeit vom Mond verdeckt, zwei Meteorströme erreichen ihr Maximum, und gegen Monatsende bestimmt ein heller Vollmond die Nacht. Damit kommen sowohl Frühaufsteher als auch Beobachter auf ihre Kosten, die lieber am Abend ins Freie gehen.
NASA Blogs berichtete am Montag, 5. Oktober 2026, über den Beobachtungskalender. Die länger werdenden Nächte schaffen auf der Nordhalbkugel grundsätzlich gute Voraussetzungen, doch Wolken, Dunst und künstliche Beleuchtung können selbst ein günstig angekündigtes Ereignis unsichtbar machen.
Den Auftakt bildet in den frühen Morgenstunden des 6. Oktober eine Mondbedeckung des Jupiter. Dabei zieht der Mond aus Sicht der Erde vor dem viel weiter entfernten Planeten vorbei. Obwohl Jupiter in Wirklichkeit wesentlich größer ist, erscheint die nahe Mondscheibe am Himmel breit genug, um ihn ungefähr eine Stunde lang vollständig zu verbergen.
Zunächst ist Jupiter als heller, ruhig leuchtender Punkt dicht an der schmalen Mondsichel zu erkennen. Anschließend verschwindet er an einem Rand und taucht später auf der anderen Seite wieder auf. Große Teile Nordamerikas liegen in der Beobachtungszone; als grober Beginn wird etwa 4 Uhr morgens nach US-Ostküsten-Sommerzeit genannt.
Die tatsächlichen Kontaktzeiten unterscheiden sich von Ort zu Ort. Schon die Position innerhalb eines Kontinents verändert die scheinbare Bahn des Mondes gegenüber dem weit entfernten Sternhintergrund. Wer den genauen Moment nicht verpassen will, sollte daher lokale Berechnungen verwenden und einige Minuten früher bereitstehen.
Für das Ereignis genügt prinzipiell das bloße Auge, denn Jupiter gehört zu den hellsten Objekten des Nachthimmels. Mit einem Fernglas lässt sich das Annähern an den Mondrand deutlicher verfolgen; möglicherweise werden auch die großen Jupitermonde sichtbar, bevor sie nacheinander verdeckt werden. Wichtig ist ein freier Horizont ohne Häuser oder Bäume.
Am Abend des 8. Oktober folgt das Maximum der Draconiden, das bis in die ersten Stunden des 9. Oktober reicht. Dieser Meteorstrom ist vergleichsweise alltagstauglich, weil die Beobachtung schon nach Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr EDT beginnen kann. Der fast neue Mond trägt kaum zur Aufhellung des Himmels bei.
Die Bezeichnung Draconiden verweist auf das Sternbild Drache, lateinisch Draco. Dort liegt der sogenannte Radiant, von dem die Meteorspuren perspektivisch auszugehen scheinen. Die Teilchen bewegen sich tatsächlich annähernd parallel; der scheinbare Fächer entsteht ähnlich wie bei Eisenbahnschienen, die am Horizont zusammenzulaufen scheinen.
Mit einem großen Feuerwerk ist normalerweise nicht zu rechnen. Unter üblichen Bedingungen sind lediglich einige Meteore pro Stunde möglich, und Lichtverschmutzung kann selbst diese geringe Zahl weiter reduzieren. Am besten eignet sich ein dunkler Platz, an dem sich die Augen mindestens 20 bis 30 Minuten an die Nacht gewöhnen können. Helle Smartphone-Displays sollten ausgeschaltet bleiben.
Am 21. Oktober erreichen die Orioniden ihr Maximum. Ihr Material stammt vom Halleyschen Kometen, der entlang seiner Bahn Staub zurückgelassen hat. Durchquert die Erde diese Teilchenspur, dringen kleine Körner mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und erzeugen durch die Wechselwirkung mit der Luft kurze Leuchterscheinungen.
In Vororten sind nach den Angaben etwa drei bis sechs Meteore pro Stunde zu erwarten, an dunkleren Standorten möglicherweise etwas mehr. Der zunehmende Mond steht allerdings in einer bereits deutlich beleuchteten Phase und überstrahlt schwächere Spuren. Erst nach seinem Untergang gegen 3 Uhr Ortszeit verbessert sich das Beobachtungsfenster bis zum Beginn der Morgendämmerung.
Der Radiant der Orioniden liegt nahe dem markanten Sternbild Orion. Dessen Gürtel aus drei nahezu aufgereihten Sternen ist eine gute Orientierungshilfe. Ebenfalls auffällig ist der rötliche Überriese Beteigeuze. Für die Meteorbeobachtung sollte der Blick trotzdem nicht starr auf Orion gerichtet sein, da lange Spuren oft weiter entfernt vom Radianten erscheinen.
Der Vollmond am 26. Oktober wird in verschiedenen Überlieferungen Jägermond genannt. Die Bezeichnung erinnert an eine Jahreszeit, in der abgeerntete Felder, weniger dichtes Pflanzenwachstum und helles Mondlicht die Jagd erleichterten. Es handelt sich um einen kulturellen Namen und nicht um eine eigene astronomische Kategorie mit besonderen physikalischen Eigenschaften.
Bis Halloween nimmt der Mond bereits wieder ab, bleibt als abnehmender Dreiviertelmond jedoch auffällig hell. Sein Licht schafft eine stimmungsvolle Herbstkulisse, erschwert aber die Suche nach schwachen Sternen und Nebeln. Warme Kleidung, ein sicherer Standort, freie Sicht und flexible Planung bei wechselhaftem Wetter sind deshalb die wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Beobachtungsmonat.