Ukrainerverband in Polen kritisiert Beschluss aus Lwiw
Die Verbandsführung sieht durch das Gedenkjahr 2027 Vertrauen, Zusammenarbeit und Unterstützung für die Ukraine gefährdet. Sie fordert mehr Rücksicht auf historische Empfindlichkeiten in Polen.
Der Verband der Ukrainer in Polen hat sich gegen einen Beschluss des Regionalrats von Lwiw gewandt. Das Gremium hatte am 20. Oktober entschieden, das Jahr 2027 in der Region der UPA, Roman Schuchewytsch und Oleh Olschytsch zu widmen.
Darüber berichtete inPoland.net.pl am Sonntag, 25. Oktober. Verbandschef Myroslaw Skirka und Generalsekretär Myroslaw Kupitsch veröffentlichten ihren Appell an die Abgeordneten bereits am 22. Oktober.
In dem Schreiben bezeichneten sie die enge Zusammenarbeit Polens und der Ukraine angesichts der russischen Aggression als sicherheitspolitisch unverzichtbar. Umso wichtiger seien gegenseitiger Respekt und ein behutsamer Umgang mit historischen Themen, die in beiden Gesellschaften starke Reaktionen auslösen.
Nach Einschätzung der Autoren fördert der Beschluss Misstrauen und schwächt die polnische Unterstützung für die Ukraine. Zudem könne die Debatte von den russischen Angriffen und deren Opfern ablenken sowie politischen Kräften nutzen, die ein Ende der Hilfe für den ukrainischen Widerstand verlangen.