Ukrainer wegen mutmaßlicher Tätigkeit für russischen Geheimdienst festgenommen
Der 53-Jährige soll Informationen über Rüstungsproduktion, militärische Standorte und die Litauen-Brigade der Bundeswehr gesammelt haben.
Im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree ist am 22. Oktober der 53-jährige ukrainische Staatsbürger Vadym Y. festgenommen worden. Die deutschen Ermittlungsbehörden verdächtigen ihn, für einen russischen Nachrichtendienst militärisch relevante Informationen beschafft zu haben.
Wie inPoland.net.pl am Donnerstag, 22. Oktober, berichtete, vollzog das Bundeskriminalamt einen Haftbefehl des Ermittlungsrichters beim Bundesgerichtshof vom 15. Oktober. Das Verfahren wird im Auftrag des Generalbundesanwalts geführt.
Dem Haftbefehl zufolge soll der Beschuldigte spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann mit dem russischen Geheimdienst in Verbindung gestanden haben. Sein Interesse habe unter anderem der Herstellung von gepanzerten Fahrzeugen, Munition und Sprengstoff sowie der Personalstärke an militärischen Einrichtungen gegolten. Zudem soll er Kontakte zu Personen aus der deutschen Rüstungsindustrie und dem Umfeld militärischer Standorte aufgebaut und die Litauen-Brigade der Bundeswehr beobachtet haben.
Gegen den Ukrainer besteht der Verdacht einer geheimdienstlichen Agententätigkeit nach Paragraf 99 des Strafgesetzbuches. Für den 23. Oktober war seine Vorführung beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgesehen, der über weitere Haftmaßnahmen während der laufenden Ermittlungen entscheiden sollte. Ein Ergebnis dieser Vorführung ging aus der Ausgangsmeldung nicht hervor.