EU belegt 39 Betriebe im Süden Russlands mit Sanktionen
Betroffen sind Unternehmen aus der russischen Rüstungswirtschaft und 38 Führungskräfte. Fachleute rechnen vor allem mit teureren und komplizierteren Lieferwegen.
Der Rat der Europäischen Union setzte am 12. Oktober 39 Unternehmen aus Südrussland und dem Nordkaukasus auf die Sanktionsliste. Zusätzlich wurden 38 Leiter und Geschäftsführer erfasst, denen eine materielle Unterstützung des russischen militärisch-industriellen Komplexes zugeschrieben wird.
Darüber berichtete Radio Svoboda (svoboda.org) am Montag, 19. Oktober. 27 der Firmen sind im Südlichen Föderationskreis registriert, darunter 16 im Gebiet Rostow. Weitere zwölf Unternehmen verteilen sich auf Dagestan, Nordossetien, die Region Stawropol und Karatschai-Tscherkessien.
Neben klar erkennbaren Rüstungsbetrieben umfasst die Liste Zulieferer, deren militärische Funktion nicht unmittelbar aus dem Firmennamen hervorgeht. Nach Angaben der EU fertigen solche Unternehmen unter anderem Elektronik, Kommunikationsmittel, optische Systeme sowie Navigations- und sonstige Bauteile für Raketen, Drohnen und Flugzeuge.
Vermögen der sanktionierten Manager in der EU wird eingefroren; zudem gelten Einreise- und Finanzierungsverbote. Der Ermittlungsfachmann Ilja Schumanow erwartet zunächst weder großflächige Betriebsschließungen noch einen deutlichen Stellenabbau, sieht aber wachsende Beschaffungsprobleme. Der Ökonom Sergej Schaworonkov bewertete die Wirkung zurückhaltender und verwies auf alternative Handelswege sowie eine unterschiedlich starke Exportabhängigkeit der Betriebe.