Polnische Sicherheitskräfte nahmen am 11. Oktober in Niederschlesien einen 66-jährigen Einwohner von Breslau fest. Krzysztof N. wird vorgeworfen, Ministerpräsident Donald Tusk sowie Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bedroht zu haben. Einen Tag später wurde er für die weiteren Ermittlungen nach Warschau gebracht.

Darüber berichtete inPoland.net.pl am Freitag, 16. Oktober. Nach den vorliegenden Angaben leitete der Beschuldigte die nicht registrierte Gruppierung „Radikale Polnische Widerstandsbewegung“ und trat in sozialen Netzwerken unter mehreren Namen auf.

In Videos soll er zu radikalem Widerstand gegen die politische Führung aufgerufen und antisemitische sowie antiukrainische Inhalte verbreitet haben. Die Polizei erklärte zudem, es gebe Verbindungen zu einer Gruppe, die eine gewaltsame Machtübernahme vorbereitet habe. Ein Vertreter der informellen Organisation bestritt dagegen, dass Krzysztof N. einen Anschlag geplant habe.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stellten Ermittler mehrere Dutzend selbst gebaute Sprengsätze und Waffen sicher. Die Gegenstände wurden zur Begutachtung weitergeleitet. Die Staatsanwaltschaft erhob neun Vorwürfe; der schwerste betrifft die mutmaßliche Vorbereitung eines gewaltsamen Umsturzes und kann mit zwei bis 15 Jahren Haft geahndet werden. Das Bezirksgericht Warschau-Mokotów ordnete eine zweimonatige Untersuchungshaft an.