Ein Dragon-Frachter von SpaceX nähert sich der Internationalen Raumstation und soll dort mehr als 6.300 Pfund Material abliefern. Der Flug ist die 35. kommerzielle Versorgungsmission, die das Unternehmen im Auftrag der NASA zur ISS durchführt.

NASA Blogs berichtete am Donnerstag, 15. Oktober, über die laufende Übertragung der Vorbereitungen. Als Zielzeit für das autonome Andocken nannte die Behörde ungefähr 10.30 Uhr EDT, also die nordamerikanische Ostküsten-Sommerzeit.

Vorgesehen ist eine Verbindung mit dem weltraumzugewandten Kopplungsport des US-Moduls Harmony. Die Angabe des konkreten Ports ist für den Stationsbetrieb relevant, weil die Ankunft eines Besuchsfahrzeugs in die bestehende Konfiguration der ISS und in weitere geplante Arbeiten eingepasst werden muss.

Dragon soll den letzten Abschnitt selbstständig bewältigen. Dabei muss das Raumschiff seine relative Position und Geschwindigkeit präzise bestimmen, festgelegte Annäherungspunkte passieren und erst anschließend den endgültigen Anflug auf den Kopplungsmechanismus ausführen.

Automatisierung bedeutet allerdings nicht, dass die Operation unbeaufsichtigt abläuft. Kontrollteams verfolgen die Telemetrie, während auch die Besatzung der Raumstation auf den Verlauf achtet. Sollte ein Kriterium für eine sichere Fortsetzung nicht erfüllt sein, bietet ein stufenweises Anflugverfahren Möglichkeiten zur Reaktion.

Die Frachtmasse von mehr als 6.300 Pfund entspricht rund 2,86 Tonnen. Eine vollständige Ladeliste veröffentlichte die NASA in ihrem kurzen Hinweis nicht. Hervorgehoben wurde jedoch das letzte Paar der ausrollbaren Solaranlagen für die Internationale Raumstation.

Diese beiden Anlagen machen den Flug über die regelmäßige Versorgung hinaus bemerkenswert. Mit der Bezeichnung als letztes Paar ordnete die NASA die Lieferung in eine abschließende Phase dieses Solaranlagenprogramms ein, ohne in der Meldung einen Termin für Montage oder Inbetriebnahme zu nennen.

Strom ist eine Grundvoraussetzung für den Betrieb des orbitalen Labors. Er wird für wissenschaftliche Geräte, Kommunikation, Rechner, Lebenserhaltung und zahlreiche alltägliche Systeme benötigt. Solartechnik gehört damit zur zentralen Infrastruktur der Station und nicht nur zu einer einzelnen Nutzlast.

Gestartet war die Mission am 13. Oktober um 6.33 Uhr. Eine Falcon-9-Rakete brachte Dragon vom Space Launch Complex 40 auf der Cape Canaveral Space Force Station in Florida ins All.

Der Weg vom Startplatz bis zur ISS erstreckt sich über eine Reihe von Bahnmanövern. Das Frachtraumschiff muss seine Umlaufbahn so verändern, dass sie schrittweise mit Höhe, Geschwindigkeit und Flugphase der Station übereinstimmt; eine direkte geradlinige Verbindung ist in der Orbitalmechanik nicht möglich.

Dass SpaceX bereits seine 35. kommerzielle Versorgungsmission für die NASA durchführt, verweist auf einen etablierten Transportdienst. Die Raumfahrtbehörde greift dabei für den regelmäßigen Frachtverkehr auf einen privaten Anbieter zurück, während Missionskontrolle und Stationsbetrieb eng aufeinander abgestimmt bleiben.

Für die ISS ist diese wiederkehrende Verbindung zur Erde notwendig, weil Betriebsmittel und neue Hardware nur über einzelne, sorgfältig geplante Flüge ankommen. Besonders große äußere Bauteile wie die genannten Solaranlagen stellen dabei andere Anforderungen als kleinere Vorräte, auch wenn sie gemeinsam in einer Mission transportiert werden.

Die angekündigte Uhrzeit war ausdrücklich nur ungefähr angegeben. Die NASA verwies für die Beobachtung des Anflugs auf NASA Live sowie für weitere Aktualisierungen auf den Stationsblog und die ISS-Kanäle bei X, Facebook und Instagram. Die Ausgangsmeldung bestätigte noch kein erfolgreiches Andocken, sondern beschrieb den Anflug als nächsten Missionsschritt.