Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände ohne Stadtstaaten wiesen von Januar bis Juni 2026 ein Finanzierungsdefizit von 20,1 Milliarden Euro aus. Damit wurde der Rekordwert des Vorjahreszeitraums nicht unterschritten.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlichte die vorläufigen Kassenergebnisse am Donnerstag, 1. Oktober. Die bereinigten Ausgaben stiegen um 2,7 Prozent auf 204,1 Milliarden Euro, die Einnahmen um 3,0 Prozent auf 184,0 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 waren beide Seiten noch wesentlich stärker gewachsen.

Bei den Ausgaben erhöhten sich die Personalkosten um 5,2 Prozent und die sozialen Leistungen um 3,9 Prozent. Die Zinsausgaben legten sogar um 13,1 Prozent zu. Dagegen sanken die Sachinvestitionen um 4,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro, darunter die Ausgaben für Baumaßnahmen um 2,4 Prozent.

Die kommunalen Steuereinnahmen nahmen netto nur um 0,9 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro zu. Ein Rückgang der Gewerbesteuer um 2,0 Prozent wurde insbesondere durch höhere Grundsteuereinnahmen und einen kräftigen Zuwachs beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer ausgeglichen.