In Bulgarien fand am 25. Oktober die Präsidentenwahl mit einer Rekordzahl von 27 Bewerbern statt. Radio Svoboda (svoboda.org) berichtete darüber am Sonntag, 25. Oktober.

In den Umfragen vor der Abstimmung führte die amtierende Präsidentin Ilijana Jotowa mit rund 45 Prozent. Sie setzt auf Gespräche mit Moskau und lehnt militärische Unterstützung für die Ukraine ab. Etwa 30 Prozent entfielen in den Erhebungen auf den früheren Übergangsregierungschef Andrej Gjurow, der eine prowestliche Linie sowie engere Beziehungen zur EU und zur NATO vertritt.

Mit ungefähr zwölf Prozent lag Kostadin Kostadinow von der prorussischen Partei Wiedergeburt auf dem dritten Platz. Beherrscht wurde der Wahlkampf vom russischen Angriffskrieg und den Folgen für das Schwarze Meer. Im Oktober griffen Drohnen vier Handelsschiffe nahe der bulgarischen Küste an; zwei davon sanken, Besatzungsmitglieder starben oder galten als vermisst.

Bulgarien bat seine NATO-Partner daraufhin um Unterstützung für die maritime Sicherheit. Zugleich belasteten steigende Preise, Inflation und teurere Kraftstoffe die Bevölkerung. Das Präsidentenamt ist überwiegend repräsentativ, verfügt aber unter anderem über ein Vetorecht bei Gesetzen und den Oberbefehl über die Streitkräfte.