Schwer verletzter Ukrainer mit Großdrohne gerettet
Ein umgebauter Hexakopter brachte den Soldaten Kostjantyn Wlassenko über eine Strecke von mehr als 15 Kilometern in Sicherheit. Er hatte 491 Tage auf einer Stellung ausgeharrt und beide Beine verloren.
Die ukrainischen Streitkräfte haben erstmals einen verwundeten Soldaten mit einem schweren Hexakopter aus einem Kampfgebiet evakuiert. Der Einsatz gelang am 4. Oktober, nachdem mehrere vorherige Rettungsversuche an russischen Angriffen gescheitert waren. Darüber berichtete Radio Swoboda am Sonntag, 25. Oktober.
Der 49-jährige Infanterist Kostjantyn Wlassenko von der 30. Brigade war nach dem Tod eines Kameraden allein auf der Stellung im Raum Kupjansk zurückgeblieben. Insgesamt hielt er dort 491 Tage aus. Nahrung, Wasser, warme Kleidung und Medikamente erreichten ihn durch Abwürfe von Drohnen, während er seiner Einheit weiterhin regelmäßig Beobachtungen übermittelte.
Für die Evakuierung rüsteten Angehörige der 92. Brigade und Gurzuf Defence einen Großhexakopter um und testeten das Gerät. Da keine Sprechverbindung zu Wlassenko bestand, wurde ihm einen Tag vor dem Flug eine Videoanleitung zur Befestigung an der Drohne zugestellt. Mehrere Einheiten sowie Artillerie, Flugabwehr und Kräfte der elektronischen Kampfführung sicherten die mehr als 15 Kilometer lange Route.
Wlassenko verlor infolge seiner Verwundungen und einer Gangrän beide Beine. Nach eigenen Angaben musste er eine Amputation selbst vornehmen. Nach dem erfolgreichen Flug wurde er in ein Krankenhaus in Charkiw gebracht, wo er medizinisch behandelt wird.