Serbien wählt zwischen Vučić-Lager und Studentenliste
Bei der vorgezogenen Parlamentswahl zeichnet sich ein enges Rennen zwischen den Anhängern Aleksandar Vučićs und einer protestnahen Liste ab. Beide Seiten lagen in Umfragen bei mehr als 40 Prozent.
In Serbien sind am 25. Oktober vorgezogene Parlamentswahlen angelaufen. Obwohl 18 politische Kräfte antreten, konzentriert sich der Wettbewerb auf die Unterstützer des zurückgetretenen Präsidenten Aleksandar Vučić und die aus der Protestbewegung hervorgegangene Liste „Studenten gewinnen“. Darüber berichtet Radio Free Europe/Radio Liberty am Sonntag, 25. Oktober.
Vučić strebt nach Angaben des Berichts eine Rückkehr an die Staatsspitze als Ministerpräsident an. Vor den Wahllokalen bildeten sich bereits am Morgen Schlangen; bis zum Mittag hatten offiziellen Angaben zufolge rund 25 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Damit lag die Beteiligung deutlich über der früherer Urnengänge.
Ausgangspunkt der seit Dezember 2024 anhaltenden Proteste war der Tod von 16 Menschen beim Einsturz eines Bauteils am Bahnhof von Novi Sad. Studierende und weitere Demonstrierende machen Korruption für das Unglück mitverantwortlich und fordern einen Machtwechsel.
Die Studentenliste wird vom Kardiologen Ilija Srdanović angeführt und umfasst unter anderem Wissenschaftler, Ärzte, Kulturschaffende und zivilgesellschaftliche Aktivisten. Vučićs Lager wirft der Bewegung ausländische Finanzierung und die Vorbereitung einer „Farbrevolution“ vor. Mit vorläufigen Wahlergebnissen wird am Abend des 25. Oktober gerechnet.