Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Pina Picierno, ist am 20. Oktober wegen der Lage im besetzten Oleschky in einen Hungerstreik getreten. Mit dem gewaltfreien Protest will die italienische Politikerin internationale Aufmerksamkeit auf die Einwohner der Stadt im ukrainischen Gebiet Cherson lenken.

Radio Free Europe/Radio Liberty berichtete am Donnerstag, 22. Oktober, unter Berufung auf ukrainische Behörden von etwa 1.700 verbliebenen Bewohnern, darunter mehr als 50 Kinder. In Oleschky fehlten Lebensmittel, Medikamente, Trinkwasser, Strom und Gas; zugleich gebe es keinen sicheren Fluchtweg.

Picierno zufolge haben sich mehr als 450 Menschen ihrer Initiative angeschlossen. Auch Mitglieder des Europaparlaments und italienische Politiker beteiligten sich inzwischen an den Forderungen nach Hilfslieferungen und einer Evakuierung. Gespräche darüber liefen, konkrete Ergebnisse nannte sie jedoch nicht.

Die Abgeordnete bezeichnete Wladimir Putin als „Verbrecher und Mörder“ und verlangte, den Zivilisten zumindest die Ausreise zu ermöglichen. Zugleich äußerte sie Zweifel an der Friedensbereitschaft des russischen Präsidenten und forderte ein geschlossenes, sicherheitspolitisch eigenständigeres Europa.