Südkorea ruft einen Teil seiner Botschaftsmitarbeiter aus Kyjiw zurück. Hintergrund sind Spannungen mit der Ukraine wegen öffentlich gewordener Informationen zur Übergabe zweier nordkoreanischer Kriegsgefangener.

Über den Schritt berichtete Radio Svoboda am Dienstag, 20. Oktober. Außenamtssprecher Park Do-soon erklärte, Kyjiw habe bislang keine positiven Maßnahmen zur Beilegung des Konflikts ergriffen. Zudem erschwere die Gefahr russischer Luftangriffe den Schutz der Beschäftigten.

Der südkoreanische Botschafter war bereits zuvor abberufen worden. Die diplomatischen Kontakte sollen nun unter Leitung eines kommissarischen Geschäftsträgers fortgesetzt werden; die gesamte Konsularabteilung bleibt hingegen in der Ukraine.

Auslöser war eine Äußerung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Ende September über die Übergabe der beiden Gefangenen an Südkorea. Seoul berief sich auf eine vereinbarte Geheimhaltung und verlangte eine offizielle Entschuldigung sowie Erläuterungen. Das ukrainische Außenministerium sprach von unterschiedlichen Auslegungen der Vertraulichkeitsabrede.