OpenAI stoppt russisches Einflussnetzwerk „Dark Clark“
Die verdeckte Struktur nutzte KI nicht nur zur Texterstellung, sondern auch zur Steuerung eines langfristigen Tarnprojekts. Zielgebiet war vor allem Lateinamerika.
OpenAI hat nach eigenen Angaben Konten gesperrt, die zu einer komplexen russischen Einflussoperation mit dem Codenamen „Dark Clark“ gehörten. Die Beteiligten setzten ChatGPT für Übersetzungen, sprachliche Anpassungen, interne Berichte und die organisatorische Betreuung ihrer Kampagnen ein.
Darüber berichtete Radio Svoboda am Montag, 19. Oktober. Die Aktivitäten wurden mit der Organisation „Politologija“, auch „La Compania“ genannt, in Verbindung gebracht. Die meisten Akteure sollen sich in Russland aufgehalten und westliche Dienste über VPN-Verbindungen genutzt haben.
Als zentrale Tarnung diente ein angeblich unabhängiges Forschungszentrum unter Leitung der erfundenen „Mia Clark“. Tatsächliche Fachleute aus Lateinamerika verfassten dafür Interviews und Analysen, ohne laut der Untersuchung zu wissen, wer das Projekt kontrollierte. So entstand über längere Zeit eine glaubwürdig wirkende Plattform mit eigenständigen Inhalten.
Zu den dokumentierten Aktionen gehörten 2026 gefälschte Behördenmails an Schulen in Peru und Ecuador sowie manipulierte Warnungen über Bargeld-, Treibstoff- und Wasserversorgungsbeschränkungen in Bolivien. Einzelne Falschmeldungen erreichten traditionelle Medien oder lösten Stellungnahmen von Politikern aus. OpenAI stufte die Reichweite deshalb auf Stufe fünf einer sechsteiligen Bewertungsskala ein.