Iranische Einflusskampagne setzte auf erfundene Autoren
Mit ChatGPT erstellte Inhalte erschienen unter den Namen angeblicher westlicher Journalisten. OpenAI fand fast 100 Beiträge und sperrte die beteiligten Konten.
OpenAI hat nach eigenen Angaben eine iranische Einflussoperation unterbunden, die sieben frei erfundene Journalisten für verdeckte Propaganda einsetzte. Zu den falschen Identitäten gehörten Profile in sozialen Netzwerken sowie KI-generierte Porträtbilder; die dazugehörigen Konten verbreiteten gegenseitig ihre Inhalte.
Darüber berichtete Radio Svoboda am Samstag, 17. Oktober. Laut einem OpenAI-Bericht vom 8. Oktober wurden unter den Namen der nicht existierenden Autoren fast 100 Artikel in rund einem Dutzend kleiner und mittelgroßer Onlinepublikationen veröffentlicht.
Als besonders aktiver Autor trat der angebliche US-Freelancer „Erwin B. Hoskins“ auf. Ihm zugeschriebene Texte stellten die Vereinigten Staaten im Konflikt mit Iran als eindeutigen Aggressor dar und brachten Jared Kushners Geschäftsinteressen mit der Iran-Politik Washingtons in Verbindung, ohne dafür eindeutige Belege vorzulegen.
Auf der sechsstufigen IO Breakout Scale erreichte die Kampagne nach Einschätzung von OpenAI die Kategorie vier. Damit gelangten ihre Botschaften aus koordinierten Onlineaktivitäten in redaktionelle Medienangebote. Die für Themenplanung, Texterstellung und Social-Media-Kommentare verwendeten ChatGPT-Konten wurden gesperrt.