20 Bangladescher nach mutmaßlicher Täuschung im Ukrainekrieg getötet
Eine angebliche Vermittlung von Baujobs führte nach Erkenntnissen der Polizei in Bangladesch zur Rekrutierung für Russlands Armee. Die Ermittler prüfen die Rolle eines länderübergreifenden Netzwerks.
Die Polizei in Bangladesch untersucht das Schicksal von 30 Staatsbürgern, die am 7. Mai nach Russland gebracht worden waren. Ihnen sollen gut bezahlte Stellen im Baugewerbe zugesagt worden sein, tatsächlich gelangten sie den Ermittlungen zufolge jedoch in russische Militäreinheiten.
Radio Svoboda berichtete am Mittwoch, 14. Oktober, über die Angaben der Behörden. Mohammad Asaduzzaman, Kommandeur einer Spezialeinheit der bangladeschischen Polizei, sagte in Dhaka, dass drei Organisationen im Verdacht stünden, an der Anwerbung und dem Verschwinden der Männer beteiligt gewesen zu sein.
Nach Angaben des Kommandeurs hatten die Betroffenen weder militärische Erfahrung noch ausreichende körperliche Voraussetzungen für den Einsatz. Bereits nach einer dreiwöchigen Ausbildung seien sie an die Front geschickt worden. Untersucht wird zudem der Verdacht, sie seien gezielt Drohnenangriffen ausgesetzt worden, um ukrainische Bedienmannschaften aufzuspüren.
Zwanzig Männer aus der Gruppe kamen laut Polizei durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben. Zwei Verwundete kehrten nach Bangladesch zurück, zwei weitere wurden in russischen Krankenhäusern behandelt und sechs befanden sich zum Zeitpunkt der Mitteilung noch an der Front. Zwei mutmaßliche Vermittler wurden festgenommen.