Selenskyj sieht keinen Nutzen in Telefonat mit Putin
Der ukrainische Präsident hält einen Anruf beim russischen Staatschef nicht für zielführend. Stattdessen fordert er ein persönliches Treffen und zunächst eine Waffenruhe.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Pressekonferenz in Berlin Zweifel an einem Telefongespräch mit Wladimir Putin geäußert. Russland könnte einen solchen Kontakt aus seiner Sicht nutzen, um einem direkten Treffen auszuweichen.
Darüber berichtete Radio Svoboda am Dienstag, 3. November. Bei dem Auftritt mit Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte Selenskyj zudem, eine Einladung Putins nach Kyjiw sei nicht sinnvoll, da dieser nicht kommen werde. Eine Reise Selenskyjs nach Moskau lehnte er ebenfalls ab.
Ein Telefonat würde nach Einschätzung des ukrainischen Staatschefs voraussichtlich offiziell und ergebnisarm verlaufen. Er erwarte keine realen Schritte zur Beendigung des Krieges, sondern vor allem eine weitere historische Darstellung der russischen Position.
Selenskyj bezeichnete eine Waffenruhe als notwendigen ersten Schritt. Zugleich erklärte er Kyjiws Bereitschaft zu Gesprächen im Dreierformat mit den USA und Russland und verlangte, Europa unabhängig von der Zusammensetzung einzelner Treffen in den Friedensprozess einzubeziehen.