Tschechien will russischen Eishockeyspielerinnen keine Visa erteilen
Die Regierung in Prag hält trotz eines internationalen Schiedsspruchs an ihren Einreisebeschränkungen fest. Betroffen sein könnte die U18-Weltmeisterschaft im Januar 2027 in Ostrava.
Tschechien sieht im Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs keinen Grund, russischen Eishockeyspielerinnen die Einreise zu gestatten. Darüber berichtete Radio Svoboda am Dienstag, 3. November, unter Berufung auf Äußerungen aus der Regierung.
Innenminister Lubomir Metnar verwies auf den geltenden Beschluss, russischen Staatsangehörigen keine Kurzzeitvisa auszustellen. Das in der Schweiz gefällte Schiedsurteil sei für sein Land nicht bindend und ändere daher nichts an der bisherigen Praxis, sagte er bei einer Kabinettssitzung.
Ministerpräsident Andrej Babis erklärte, der Ausschluss solle bis zum Ende des Krieges gegen die Ukraine bestehen bleiben. Präsident Petr Pavel sprach sich ebenfalls dafür aus, die weitgehende Isolation Russlands aufrechtzuerhalten und dadurch den Druck zugunsten diplomatischer Verhandlungen zu erhöhen.
Der Sportgerichtshof hatte in der vergangenen Woche den Eishockey-Weltverband verpflichtet, russische Nationalmannschaften in der Saison 2026/27 wieder zuzulassen. Der Verband kündigte trotz seiner Ablehnung die Umsetzung an. Auch Kanada, Finnland und die Ukraine kritisierten das Urteil; Lettland und Norwegen drohten mit einem Spielverzicht gegen ein russisches Team.