Nach der Parlamentswahl vom 27. Oktober ist die politische Machtfrage in Israel offen. Bei 85 Prozent ausgezählter Stimmzettel kam der Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vorläufig auf 53 Mandate, das Oppositionslager um den früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot auf 48 Sitze und die arabischen Parteien auf 19.

Darüber berichtet Radio Svoboda am Mittwoch, 28. Oktober. Da die Auszählung noch lief, stand die endgültige Zusammensetzung der 120 Sitze umfassenden Knesset nicht fest.

Netanjahus bisherige Koalition büßte ihre Mehrheit ein, während Eisenkot ebenfalls deutlich unter den erforderlichen 61 Mandaten blieb. Die arabischen Parteien erzielten nach den vorläufigen Angaben ihr bislang bestes Ergebnis und könnten bei der Regierungsbildung eine Schlüsselrolle übernehmen. Allerdings lehnen mehrere Parteien des Oppositionsblocks eine Abhängigkeit von ihnen ab.

Als mögliche Wege gelten eine breite Einheitsregierung, ein von arabischen Abgeordneten gestütztes Minderheitskabinett oder eine weitere Neuwahl. Nach Gesprächen mit den Fraktionen kann Israels Präsident einem Kandidaten zunächst 28 Tage zur Koalitionsbildung geben und die Frist um 14 Tage verlängern.