In der Ukraine sind bestimmte Arzneimittel nicht mehr kurzfristig in jeder Apotheke erhältlich. Russische Angriffe auf Einrichtungen der Pharmabranche sowie Transportprobleme führten dazu, dass Bestellungen teils erst nach mehreren Tagen oder Wochen eintreffen. Darüber berichtete Radio Svoboda am Dienstag, 20. Oktober.

Besonders problematisch sind die Ausfälle für Menschen, die dauerhaft auf exakt abgestimmte Medikamente angewiesen sind. Betroffen sind unter anderem einzelne Schilddrüsenpräparate, Antidepressiva und hormonelle Verhütungsmittel. Bei frei verkäuflichen Produkten können Apotheken dagegen häufiger Ersatz anbieten.

Zu den beschädigten Einrichtungen zählt nach Angaben aus der Branche ein 30.000 Quadratmeter großes Lager des Unternehmens Biocon. Anfang Oktober wurde zudem in Sumy ein Werk zerstört, das Herzmedikamente herstellte. Patientenvertreter fordern deshalb einfachere Importregeln für vergleichbare Präparate.

Das ukrainische Gesundheitsministerium spricht nicht von einem flächendeckenden Versorgungsdefizit, sondern von Engpässen bei einzelnen, überwiegend ausländischen Arzneimitteln. Apotheken können Waren aus anderen Filialen anfordern, sofern sie noch im Land vorrätig sind und der Transport möglich bleibt.